Hinweis: voraussichtlich wird es am 09.05.2020 einen Yogatag mit Judith und Karin zu dem o.g. Thema geben

Eigenaktiv bedeutet selbst aktiv zu sein, es ist das Gegenteil von passiv sein.

Der Mensch hat die Möglichkeit auf verschiedenste Art und Weise eigenaktiv tätig zu werden und dabei eine Erweiterung im Leben, neue Blickrichtungen zu erfahren. Es ist eine Möglichkeit das Leben selbst in die Hand zu nehmen, zu gestalteten hin zu weisheitsvollen Idealen und Zielen – immer in Abstimmung und sozialverträglich mit der Umwelt.

Passiv kann z.B. bedeuten sich von Werbung so beeinflussen zu lassen, dass man ein Produkt kauft, obwohl man es eigentlich nicht wirklich braucht. Oder man schaut Fernsehen, weiß hinterher aber nicht mehr, was man angesehen hat. Man nimmt Dinge passiv als gegeben hin, ohne diese zu reflektieren oder auch zu (hinter-) fragen.

Wir sind in eine leistungsorientierte Welt hineingeboren, in der wir oft gelernt haben nur auf uns zu schauen und die eigene Familie, und was für einen Nutzen kann ich aus einer Sache ziehen.

Das Leben heute ist schnell, bedingt durch die digitale Welt, wird man mit Informationen, Werbung, Angeboten wie überflutet. Dies ist eine Überreizung des menschlichen Nervensystems und viele sehnen sich nach ihrer Arbeit und der Schnelligkeit des alltäglichen Lebens nach Ruhe, Entspannung, Wellness und möchten nach einem Sprichwort am liebsten „ die Seele baumeln lassen“, sich fallen lassen, nichts mehr tun und denken müssen. Man entspannt sich bei einer Massage, einer geführten Traumreise mit sanfter Musik. Dies ist sicherlich für eine gewisse Zeit angenehm, sollte aber nicht zur Gewohnheit werden, denn der Mensch ist hier nicht aktiv tätig sondern eher in einer Art konsumierenden Haltung, die letztendlich passiv ist und auf Dauer keine Nachhaltigkeit besitzt. Dann geht es wieder weiter im hektischen Alltag und der Mensch braucht schon bald wieder eine Entspannungspause.

Jetzt wird es interessant :

Wie kann der Mensch sich schützen, wie kann er seine Lebenskräfte nachhaltig für den Alltag stärken?

Aus der Anspannung und den erschöpfenden Zuständen in eine Entspannung und lebendige und freudige Schöpfer – oder Schaffenskraft kommen?

Der Mensch hat als einziges aufrecht gehendes Wesen auf der Erde die wunderbare Möglichkeit des Denkens. Er kann z.B. zu sich selbst sagen – „Ich denke, also bin ich“ (Descartes) . Er kann ein Ideal/Gedanken/Ziel denken, formulieren, logisch weiterdenken, er kann ein Gefühl/Empfinden dazu entwickeln und er kann dieses in die Tat umsetzen.

Beim Hausbau denkt der Architekt sich vorab, für wen er ein Haus plant, was gebraucht wird, er stellt es sich vor und entwickelt ein Gefühl für die Bedürfnisse und Wünsche des Kunden, und dann wird das Haus entsprechend gebaut.

Jeder Mensch hat also 3 Bewusstseinskräfte. Das Denken, ein Herzensfühlen, und die Möglichkeit mit seinem Willen Dinge umzusetzen.

Der Mensch ist nicht, wie die Pflanze abhängig von den Naturbedingungen und er ist auch nicht wirklich abhängig von seinen instinkthaften Trieben, wie das Tier – er kann sich aufgrund seiner kreativen Denkkraft (seinem Geist) zu einem Gestalter des eigenen Lebens entwickeln.

Das Gegenteil von Natur ist Kultur – der Mensch kann kulturschaffend tätig sein, Dinge entwickeln zum Wohle für seine Umwelt und sich selbst, wenn er aus einem weisheitsvollen und integreren Motiv und Ideal denkt, fühlt und handelt.

Es bedarf dazu auch einer Offenheit gegenüber Neuem und einem Wunsch nach Entwicklung.

Im Yoga nach dem neuen Yogawillen kann man die 3 Bewusstseinskräfte einz eln nacheinander, geordnet erleben;

man hat eine Vorstellung von einer Asana, z.B. den Kopfstand (Sirsasana) – man stellt sich eine vertikale Linie vor und formt mit dem Körper diese vertikale Linie nach – bleibt im Gedanken und kann diese Vertikale erleben und fühlen. Man kann sogar in der Stellung selbst noch weiter gestalten, indem man sich vorstellt, dass aus der mittleren Wirbelsäule nochmal eine Aufrichtung in Richtung Füße geschieht. Durch die Konzentration auf einen Gedanken entsteht eine Entspannung, eine Ruhe, die man selbst geschaffen hat. („Es ist der Geist, der sich den Körper baut.“ Friedrich Schiller)

Der Mensch ist beim Denken und Gestalten einer Asana hoch eigenaktiv tätig und fühlt sich nach dem Ausführen trotz kräftiger, körperlicher und mentaler Anstrengung und Arbeit, wie erfrischt. Diese Erfrischung, in der Fachsprache spricht man auch von einer Ätherisierung, wirkt sehr regenerierend, ist nachhaltig und eine freudige Arbeit.

Lebenskräfte sind geschaffen worden; sie kommen von außen und nicht vom Körper.

Das Entdecken der eigenen Schaffenskraft und das Erreichen eines Ziels, hier: eine Asana vollständig zu erlernen und umsetzen zu können, macht den Menschen aufmerksam auf einen ihm noch unbekanntes, innewohnendes Potential, das es gilt kennenzulernen und zu gebrauchen

Wir alle möchten Harmonie, Glück, Zufriedenheit, Gesundheit. Meistens erleben wir aber auch andere Dinge, wie Krankheit, Streit, Pech, Lügen, sind unzufrieden mit dem Leben, wissen aber nicht warum, haben depressive Verstimmungen.

Hier lohnt es sich das Unangenehme oder Negative zu erforschen, anzusehen – einen vermeintlich unbequemen Weg zu betreten – sich mit dem Bösen bis in die Tiefe hinein auseinanderzusetzen.

Denn oft sind es die Krisen in unserem Leben, die uns fast wie zwingen hinzuschauen, sich mit dem warum zu beschäftigen.

Das Auseinandersetzen mit dem Bösen, mit Negativen, mit unseren Ängsten führt letztendlich zu einem Erkennen von Mechanismen und Glaubenssätzen (besonders den Eigenen).

Die Ängste, die den Menschen binden, gefangen nehmen und sein klares Denken blockieren, können überwunden werden und ihn damit wieder in ein klares und sachliches und geordnetes Denken führen. Dies bringt Schutz, Vertrauen und Entspannung.

Logik mit klarer Vorstellungsbildung gibt dem Ich einen spannkräftigen, universal gültigen Bogen, der sowohl das eigene Ich stärkt, als auch die Umgebung frei gewähren lasst. Die Wärme, die sich auf feinste Weise aus der Vorstellung entfaltet, durchdringt den Menschen bis in sein Zellsystem. Es ist die Wärme der Innerlichkeit, die den Menschen beruhigt und die ihn gleichzeitig empathisch nach außen universal zu öffnen vermag. (Heinz Grill, Das Wesensgeheimnis der Seele, S. 193)

In Bezug auf die zur Zeit ausgerufene Corona Krise, einer Ausgangsbeschränkung in Bayern und Saarland, kann man Ängste bei den Menschen erleben .

Coronaviren (Parasiten) gibt es schon lange – um zu überleben mutieren sie ständig. Ein Virus kann nicht alleine leben, es benötigt die Zellen eines Wirtes in Form eines Lebewesens (Mensch oder Tier). Es programmiert dann die fremde Zelle so um, dass nur das eigene Eiweiß (für den Wirt toxisches, giftiges Eiweiß) produziert und vervielfältigt wird.

Das Virus ist ein sichtbarer Fremdeinfluss und kann den Menschen krank machen und immun-geschwächte Menschen töten.

2017/18 sind ca. 25.100 Menschen an Influenza allein in Deutschland gestorben – es wurde in den Medien kaum erwähnt – keine Tests – von einer von der WHO ausgerufenen Pandemie und von Ängsten gar nicht zu sprechen.

„ Berlin – Die außergewöhnlich starke Grippewelle 2017/18 hat nach Schätzungen rund 25.100 Menschen in Deutschland das Leben gekostet.“ (https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/106375/Grippewelle-war-toedlichste-in-30-Jahren )

Nun gibt es auch andere Fremdeinflüsse als Viren auf einer nicht sichtbaren Ebene, sie sind feinstofflicher Art. Dazu gehören z.B. auch Lügen, Suggestionen, Manipulationen.

Oft bemerkt der Mensch ganz fein im Gefühl, dass etwas nicht stimmt oder eine verdrehte oder gar keine Logik angewandt wird.

Es gibt in den öffentlichen TV-Sendern und auch den großen Zeitungen fast nur ein Thema die Coronapandemie – immer wieder hört man das Wort gefährlich – tödlich, sieht ernste Ansprachen von der Regierung, Statistiken (wie diese erstellt werden, weiß keiner so genau) – Bilder, wie in Italien tote Menschen abtransportiert werden. Durch diese ständigen Wiederholungen werden Ängste geschürt, der Mensch ist wie gefangen und gelähmt darin, das klare Denken ist nicht mehr vorhanden.

Jetzt wäre es wichtig sich umfassender zu informieren, auch mal Kritisches zu lesen und prüfen, Berichte oder Zeitungsartikel zu betrachten, was wird gesagt, dargestellt, wie ist die Begriffswahl, werden eventuell unsachliche, emotionale, suggestive Begriffe verwandt.

Es kann sich eine Meinung, eine Erkenntnis entwickeln, wenn man versucht die Dinge, wie von außen zu betrachten, so objektiv und sachlich wie möglich zu denken, Fragen zu stellen.

Diese Vorgehensweise wirkt sich stärkend auf das (Selbst-) Bewusstsein aus, fördert den Menschen in seinem Stand und in das eigene Vertrauen und damit auch in seinem Gewissen.

Man könnte nach einem Sprichwort auch sagen ; „Ist eine Gefahr erkannt, ist sie auch gebannt.“

Vorschläge für ein paar alternative Informationsquellenquellen (Youtube, Internet) : Rubikon, Nachdenkseiten, Ken FM, Dr. Wodarg, Prof. Dr. Hockertz, Dr. Köhnlein, Dr. Schöning, Franz Hörmann.

Diese Krise in der wir uns gerade befinden, ist auch ein Chance Altes, Glaubenssätze zu hinterfragen und erkennen ( z.B. „… das wurde immer schon so gemacht.“) – sich aus der Gewohnheit aus dem bisher Bekannten, herauszuheben und neu ansetzen, Dinge neu zu denken.

Gedanken haben eine große Kraft und jeder Einzelne von uns hat eine Verantwortung aufbauende Gedanken in die Welt zu entwickeln. – Etwas in die Welt zu geben, anstatt haben wollen.

Fragen könnten auch sein:

Was wäre ein Ideal für die Menschheitsfamilie?

Was ist das Wesen des Menschen? Wie wollen wir leben? Was ist der Sinn des Lebens? Warum bin ich hier?

Es geht um Entwicklung in ein Bewusstsein, um Freiheit und emphatische Verbindung miteinander.

Zum Abschluss noch eine Asana – der Zehenspitzenstand (Padangusthasana) mit einem Gedanken:

 

Unabhängig von äußeren Verhältnissen ist der Mensch fähig sein eigenes Gleichgewicht schaffen.

 

Der Yoga nach dem Neuen Yogawillen gegründet von Heinz Grill ist keine weitere neue Art von ca. 150 existierenden Yogarichtungen, sondern eine Möglichkeit die bekannten Asanas mit einer Vorstellung auszuführen. Dadurch wirken die Stellungen oft leicht, grazil und trotzdem spannkräftig.

Die Lebens- und Immunkräfte werden gestärkt.                                   31.03.2020 Karin Volkemer

 

Buchtipps: Die Seelendimension des Yoga                                                                    Heinz Grill

Grundformen der Angst                                                             Fritz Riemann (Psychoanalytiker)

Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager – Trotzdem ja zum Leben sagen    Victor Frankl

Mit einem Satz das leben ändern                                                                                       Axel Burkart